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IT-Wissen – was ist eine DMP-Datei?

by Daniel Rottländer
IT-Grundlagen: Wofür wird eine DMP-Datei verwendet?

IT-Grundlagen: Wofür wird eine DMP-Datei verwendet?

Eine DMP-Datei wirkt auf den ersten Blick rätselhaft. Oft taucht sie nach einem Programmabsturz, einem Bluescreen oder einer Fehlermeldung auf. Für normale Nutzerinnen und Nutzer ist sie meist nicht direkt lesbar. Für Fachleute kann sie aber sehr nützlich sein, weil sie Hinweise auf die Ursache eines Problems enthält. In diesem Beitrag erfahren Sie, was eine DMP-Datei ist, wann sie entsteht, wie Sie damit umgehen und wann Sie vorsichtig sein sollten.

Was bedeutet DMP?

Die Dateiendung .dmp steht meist für eine sogenannte Dump-Datei. Das englische Wort „dump“ bedeutet sinngemäß, dass Daten aus einem System herausgeschrieben oder „abgelegt“ werden. Im IT-Bereich meint man damit häufig eine Momentaufnahme. Eine DMP-Datei hält also fest, was zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Programm, im Arbeitsspeicher oder in Teilen des Betriebssystems passiert ist.

Besonders unter Windows begegnen Ihnen solche Dateien als Speicherabbilder. Sie entstehen oft dann, wenn ein Programm abstürzt oder Windows einen schweren Fehler feststellt. Eine DMP-Datei ist deshalb kein normales Dokument, das Sie wie eine Textdatei öffnen und lesen können. Sie enthält technische Rohdaten, Speicherinformationen, Fehlercodes und Hinweise auf beteiligte Treiber oder Programmteile. Windows nutzt dafür verschiedene Arten von Speicherabbildern, etwa vollständige, Kernel- oder kleine Speicherabbilder.

Wann entstehen DMP-Dateien?

DMP-Dateien entstehen häufig automatisch, wenn ein System oder ein Programm nicht mehr ordnungsgemäß weiterarbeiten kann. Ein typisches Beispiel ist ein Bluescreen unter Windows. Dabei stoppt das Betriebssystem, um Schäden oder Datenverlust zu vermeiden, und schreibt bestimmte Fehlerinformationen in eine Dump-Datei. Auch einzelne Programme können solche Dateien erzeugen, wenn sie abstürzen.

Windows Error Reporting lässt sich zudem so konfigurieren, dass nach Abstürzen von Anwendungen lokale Benutzermodus-Dumps gespeichert werden. Dafür sind in der Regel Administratorrechte nötig. Solche Dateien helfen Entwicklerinnen, Administratoren oder dem IT-Support, weil sie den Zustand zum Zeitpunkt des Fehlers dokumentieren. Sie zeigen nicht automatisch eine einfache Ursache wie „Grafikkarte defekt“ an. Sie liefern aber Spuren, die man mit passenden Werkzeugen auswerten kann. Deshalb fragt der Support bei wiederkehrenden Abstürzen manchmal gezielt nach DMP-Dateien.

Welche Arten von Dump-Dateien gibt es?

Nicht jede Dump-Datei hat denselben Zweck. Bei Windows-Speicherabbildern unterscheidet Microsoft unter anderem vollständige Speicherabbilder, Kernel-Speicherabbilder, kleine Speicherabbilder und aktive Speicherabbilder. Ein vollständiges Speicherabbild enthält besonders viele Informationen, kann aber sehr groß sein. Ein kleines Speicherabbild enthält dagegen nur die wichtigsten Daten und eignet sich, wenn wenig Speicherplatz vorhanden ist. Windows legt kleine Dumps häufig im Ordner %SystemRoot%\Minidump ab, während eine größere Datei oft als Memory.dmp erscheint.

Daneben gibt es auch Dump-Dateien in anderen Bereichen. Datenbanken können Dumps erzeugen, um Daten und Strukturen zu exportieren oder später wieder zu importieren. Oracle Data Pump schreibt zum Beispiel Daten und Metadaten in sogenannte Dump File Sets. Auch im Netzwerkbereich spricht man von Dumps, wenn Datenverkehr aufgezeichnet wird. Tools wie dumpcap oder Wireshark speichern solche Mitschnitte meist in Formaten wie pcapng oder pcap.

Was steht in einer DMP-Datei?

Der Inhalt einer DMP-Datei hängt davon ab, wie sie entstanden ist. Bei einem kleinen Windows-Speicherabbild können zum Beispiel die Stop-Meldung, geladene Treiber, Prozessinformationen und der Aufrufstapel des betroffenen Threads enthalten sein. Diese Angaben helfen, den Ablauf bis zum Absturz nachzuvollziehen. Ein Aufrufstapel zeigt vereinfacht gesagt, welche Programmschritte gerade aktiv waren. Treiberlisten können Hinweise darauf geben, ob ein bestimmter Gerätetreiber beteiligt war. Bei größeren Speicherabbildern können deutlich mehr Informationen enthalten sein, teilweise auch Daten aus laufenden Prozessen. Genau deshalb sollten Sie DMP-Dateien nicht achtlos weitergeben. Sie können vertrauliche Informationen enthalten, zum Beispiel Ausschnitte aus dem Arbeitsspeicher, technische Details zu Ihrem System oder in ungünstigen Fällen sensible Inhalte. Für die Analyse sind zusätzlich oft sogenannte Symbole wichtig. Sie helfen Debuggern dabei, Speicheradressen verständlicheren Funktions- oder Modulnamen zuzuordnen.

Wie können Sie eine DMP-Datei öffnen?

Eine DMP-Datei öffnen Sie normalerweise nicht mit Word, dem Editor oder einem Standardprogramm. Sie brauchen spezielle Werkzeuge, die technische Speicherabbilder lesen können. Unter Windows kommen häufig WinDbg von Microsoft, Visual Studio oder einfachere Analyseprogramme wie BlueScreenView zum Einsatz. WinDbg richtet sich eher an fortgeschrittene Nutzerinnen und Nutzer, Entwickler oder Support-Teams. Das Tool kann Crash Dumps analysieren, laufende Programme untersuchen und Speicherbereiche auswerten. In vielen Fällen müssen Sie außerdem Symbolinformationen einrichten, damit die Analyse brauchbare Namen statt nur schwer verständlicher Speicheradressen zeigt. Ein bekannter erster Analysebefehl in WinDbg ist !analyze -v. Er sucht nach typischen Fehlermustern und zeigt Hinweise auf beteiligte Module, Treiber oder Fehlerklassen. Trotzdem sollten Sie die Ausgabe vorsichtig bewerten. Ein genannter Treiber ist nicht immer die alleinige Ursache. Er kann auch nur an der Stelle sichtbar werden, an der der Fehler auffällt.

Können Sie DMP-Dateien löschen?

In vielen Fällen können Sie alte DMP-Dateien löschen, wenn Sie den Absturz nicht mehr untersuchen müssen oder der Support die Datei nicht mehr benötigt. Die Dateien sind Diagnosematerial. Sie sind normalerweise nicht nötig, damit Windows oder ein Programm weiter funktioniert. Trotzdem sollten Sie nicht vorschnell aufräumen, wenn ein Problem noch besteht. Bei wiederkehrenden Abstürzen sind ältere Dump-Dateien oft hilfreich, weil man mehrere Ereignisse vergleichen kann. Wenn immer derselbe Treiber, dasselbe Modul oder dieselbe Fehlerklasse auftaucht, wird die Suche nach der Ursache leichter. Achten Sie auch auf die Dateigröße. Vollständige Speicherabbilder können sehr viel Platz belegen. Kleine Speicherabbilder sind dagegen deutlich kompakter.

Wenn Sie Dateien weitergeben, sollten Sie das nur an vertrauenswürdige Stellen tun, etwa an den Hersteller-Support oder Ihre interne IT. Laden Sie DMP-Dateien besser nicht öffentlich in Foren hoch, weil sie sensible System- oder Speicherdaten enthalten können.

Fazit: DMP-Dateien sind Diagnosehilfen, keine normalen Dokumente

Eine DMP-Datei ist vor allem ein Werkzeug zur Fehlersuche. Sie zeigt nicht in einfacher Sprache, was schiefgelaufen ist, sondern speichert technische Informationen aus dem Moment eines Absturzes. Für technisch weniger versierte Nutzerinnen und Nutzer reicht oft schon das Grundverständnis: Die Datei kann wichtig sein, wenn ein Programm oder Windows wiederholt abstürzt. Sie müssen sie aber nicht selbst vollständig auswerten können. Bewahren Sie sie auf, solange ein Fehler untersucht wird. Geben Sie sie nur bewusst und an vertrauenswürdige Personen weiter. Löschen Sie alte Dateien, wenn die Analyse abgeschlossen ist und Sie Speicherplatz freigeben möchten. So nutzen Sie DMP-Dateien sinnvoll, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Besonders wichtig ist: Eine DMP-Datei ist kein Virus, nur weil sie unbekannt aussieht. Sie ist meist ein technisches Protokoll eines Problems.

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