News

Kubernetes 1.33 – das sind die Neuerungen

Kubernetes 1.33 – alles Wissenswerte im Überblick

Mit Kubernetes 1.33 liefert das Projekt sein erstes Minor-Release des Jahres 2025 aus und setzt das Motto „Octarine: The Color of Magic“ um. Die neue Version frischt bewährte Funktionalität auf, stuft 24 Features in den stabilen Status hoch und führt zugleich frische Alpha- und Beta-Funktionen ein. Sie erhalten damit feinere Steuerungsmöglichkeiten, geringere Latenzpfade und klarere Upgrade-Signale für veraltete Schnittstellen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen kompakt, was sich konkret ändert, wo Sie profitieren und wo Handlungsbedarf bei der Migration entsteht.

Kubernetes und Microsoft – IT-Wissen in aller Kürze

Kubernetes ist eine quelloffene Plattform zur Orchestrierung von Containern. Sie übernimmt zentral Aufgaben wie die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung containerisierter Anwendungen. Microsoft setzt dabei auf den Azure Kubernetes Service (AKS), der eine vollständig verwaltete Cloud-Lösung für den Einsatz von Kubernetes bereitstellt.

Kubernetes 1.33 – mehr Features im stabilen Status

Die Kubernetes 1.33 Release-Notes listen 24 Features, die jetzt als „Generally Available“ gelten. Das Projektteam fokussiert sich damit klar auf Reife und Zuverlässigkeit. Stabile Features werden fortan ohne Feature-Gate ausgeliefert, sodass Sie sie ohne Zusatzparameter sofort produktiv einsetzen. Neben der Rückportierung wichtiger Bugfixes fällt besonders auf, dass viele Cloud-Native-Grundpfeiler – etwa Knotenschutzmechanismen, Speicherverwaltungsoptionen und Netzwerkmetriken – das Betastadium verlassen. Dieser Schritt gibt Ihnen Planungssicherheit für Langzeit-Cluster, weil API-Stabilität vertraglich zugesagt ist und Breaking-Changes nur noch mit Vorlauf in kommenden Releases erfolgen dürfen.

Ergänzend wurde die Release-Organisation verschlankt: Das Team hat Dokumentation und Release-Notes zu einer gemeinsamen Untergruppe zusammengeführt, was die Konsistenz der Texte verbessert. Für Sie bedeutet das weniger Aufwand bei der Recherche und schneller verfügbare Praxishilfen.

Präzisere Steuerung von Jobs: backoffLimit und successPolicy

Jobs gehören zu den am häufigsten genutzten Workload-Typen. Mit Version 1.33 erhalten Sie zwei präzise Stellschrauben. Erstens lässt sich mit backoffLimit nun pro Index eines indizierten Jobs exakt festlegen, nach wie vielen Fehlversuchen dieser Index aufgibt. Setzen Sie beispielsweise für rechenintensive Simulationen höhere Limits bei kritischen Teilaufgaben und niedrigere bei optionalen. Das Gesamt-Job-Objekt bleibt dabei stabil, weil ein einzelnes Scheitern nicht mehr zwangsläufig das frühzeitige Ende des gesamten Jobs auslöst.

Zweitens definiert .spec.successPolicy granular, welche Indizes oder wie viele Pods erfolgreich sein müssen, damit der Job als abgeschlossen gilt. So können Sie Teil-Ergebnisse akzeptieren, wenn volle Durchläufe ökonomisch nicht sinnvoll sind. Zusammen erhöhen beide Optionen Ihre Kontrolle über Ressourcenverbrauch und Fehler­strategien, ohne dass zusätzliche CronJobs oder Skripte nötig sind.

Neue Alpha- und Beta-Funktionen für Performance und Sicherheit

Wer experimentierfreudig ist, findet mehrere spannende Vorschauen. Direct Service Return (DSR) unter Windows rückt in die Beta-Phase vor. Rückantworten umgehen den Load-Balancer und gelangen direkt zum Client; das senkt Latenz und entlastet die Load-Balancer-Schicht – hilfreich für I/O-intensive Dienste. Ebenfalls in Beta läuft jetzt SupplementalGroupsPolicy. Sie verhindert, dass implizite Gruppen aus Container-Images ungewollt Zugriff auf Host-Dateien erhalten, und schließt damit eine verbreitete Compliance-Lücke.

Bei den Alpha-Features sticht eine konfigurierbare Toleranz für den HorizontalPodAutoscaler hervor: Kleine Metrik-Schwankungen lösen nicht mehr sofort Skalierungsaktionen aus, was Kosten spart und Flapping verhindert. Zusätzlich expose-t die Downward-API nun Node-Topology-Labels, sodass Ihre Workloads Topologiedaten ohne Sidecar oder mutating Webhook erhalten. Planen Sie Pilot-Deployments früh, um Erfahrungen zu sammeln und der Reifung aktiv Feedback zu geben.

Aufräumen im API-Dschungel: Endpoints-API und weitere Deprecations

API-Stabilität ist Kernversprechen des Projekts; trotzdem fallen veraltete Schnittstellen langfristig weg. In Kubernetes 1.33 betrifft das vor allem die klassische Endpoints-API. Sie bleibt vorerst lauffähig, meldet aber bei jeder Nutzung einen Warnhinweis. Migrieren Sie Ihre Manifeste und Skripte deshalb baldmöglichst auf EndpointSlices, die bereits seit Version 1.21 stabil sind und Dual-Stack-Support sowie effizientere Skalierung bieten.

Darüber hinaus entfernt das Release das Feld status.nodeInfo.kubeProxyVersion, dessen Daten seit Längerem inkonsistent waren. Auch der Host-Netzwerk-Support für Windows-Pods verschwindet ersatzlos, weil grundlegende containerd-Probleme nicht gelöst werden konnten. Prüfen Sie CI-Pipelines und Infrastruktur-As-Code-Repos auf harte Abhängigkeiten. Frühzeitige Korrekturen vermeiden Überraschungen, wenn die Funktionen in einer späteren Version endgültig eliminiert werden.

Konsequenzen für Ihren Clusterbetrieb

Kubernetes 1.33 zeigt eindrucksvoll, wie das Projekt Stabilität und Innovation austariert. Für den operativen Alltag heißt das: Sie können produktiv auf feinere Job-Policies setzen und standardmäßig das neue –subresource-Flag in kubectl verwenden, um Unterressourcen gezielt zu patchen oder auszulesen. Gleichzeitig sollten Sie die Migration weg von Endpoints planen, Smoke-Tests für Windows-Workloads aktualisieren und die neuen Beta-Funktionen zunächst in Staging-Umgebungen validieren.

Nutzen Sie das Release-Fenster, um Testsuiten zu erweitern und Automationen – etwa für HPA-Toleranz oder Topologie-Labels – einzurichten. Denken Sie daran, Feature-Gates bei Alpha-Experimenten explizit zu setzen und Metriken eng zu beobachten. So stellen Sie sicher, dass Ihre Plattform nicht nur dem schnellen Wandel folgt, sondern ihn aktiv gestaltet und gleichzeitig Robustheit beibehält.

Daniel Rottländer

Recent Posts

BUHL tax 2026 und tax 2026 Professional im Vergleich

Unterschiede und Gemeinsamkeiten: BUHL tax 2026 vs. tax 2026 Professional Wenn Sie Ihre Steuererklärung für…

1 Tag ago

Excel-Trick: Inhalte gezielt statt komplett einfügen

Clever kopieren in Excel: Nur bestimmte Inhalte einfügen Beim Arbeiten mit Excel wird häufig kopiert…

4 Tagen ago

Microsoft SQL Server 2025: Standard vs. Standard 2 Core im Überblick

Microsoft SQL Server 2025 - Standard und Standard 2 Core im Vergleich Microsoft SQL Server…

1 Woche ago

Ashampoo Photo Commander 18 – die Features im Überblick

Ashampoo Photo Commander 18 - was Ihnen die Software bietet Ashampoo Photo Commander 18 ist…

2 Wochen ago

Windows Server 2025 erhält neuen NVMe-Treiber

Neuer NVMe-Treiber für Windows Server 2025 – alles Wissenswerte im Überblick Bei Windows Server 2025…

2 Wochen ago

Microsoft Teams: Privatnutzer profitieren von Besprechungsaufzeichnungen

Besprechungsaufzeichnungen in Microsoft Teams – jetzt auch für private Nutzer verfügbar Microsoft Teams ist für…

3 Wochen ago