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Microsoft Patchday April 2026 – alles Wissenswerte zusammengefasst

by Daniel Rottländer
Patchday kompakt: Microsoft-Updates vom April 2026 im Überblick

Patchday kompakt: Microsoft-Updates vom April 2026 im Überblick

Microsoft entwickelt Windows und andere Produkte laufend weiter. Dazu gehören neue Funktionen, aber auch regelmäßige Sicherheitskorrekturen. Ein fester Termin dafür ist der monatliche Patchday. Im April 2026 hat Microsoft wieder zahlreiche Updates veröffentlicht. Sie sollen bekannte Schwachstellen schließen, Systeme stabiler machen und Nutzer besser vor Angriffen schützen. Was sich durch den Patchday April 2026 ändert und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Überblick.

Was der Patchday April 2026 bringt

Microsoft hat am 14. April 2026 ein sehr umfangreiches Updatepaket veröffentlicht. Je nach Zählweise sprechen Sicherheitsanbieter von rund 160 bis 169 geschlossenen Schwachstellen. Acht davon gelten als kritisch. Besonders häufig geht es um Rechteausweitungen. Das bedeutet: Ein Angreifer könnte unter bestimmten Umständen mehr Rechte auf einem System erhalten, als ihm eigentlich zustehen. Daneben behebt Microsoft auch Fehler, über die Schadcode ausgeführt, Informationen ausgelesen oder Sicherheitsfunktionen umgangen werden könnten.

Betroffen sind nicht nur Windows selbst, sondern auch Komponenten wie Microsoft Office, SharePoint, Defender, BitLocker, Hyper-V, SQL Server, .NET und der Remote Desktop. Für private Nutzer ist das monatliche Windows-Update daher ebenso wichtig wie für Unternehmen. Wer automatische Updates aktiviert hat, erhält die wichtigsten Korrekturen in der Regel ohne eigenes Zutun.

Zwei Schwachstellen verdienen besondere Aufmerksamkeit

Besonders wichtig sind zwei sogenannte Zero-Day-Schwachstellen. So nennt man Sicherheitslücken, die öffentlich bekannt sind oder bereits ausgenutzt werden, bevor ein Update verfügbar ist. Eine davon betrifft Microsoft SharePoint Server. Laut Berichten wurde diese Lücke bereits aktiv ausgenutzt. Angreifer konnten darüber unter Umständen sensible Informationen offenlegen und Änderungen an offengelegten Informationen ermöglichen.

Die zweite Schwachstelle betrifft Microsoft Defender. Sie war öffentlich bekannt und konnte dazu führen, dass ein Angreifer höhere Systemrechte erhält. Dafür musste ein Angreifer allerdings lokal angemeldet beziehungsweise authentifiziert sein. Für normale Windows-Nutzer ist beruhigend: Die Defender-Plattform wird meist automatisch aktualisiert. Trotzdem sollten Sie prüfen, ob in der Windows-Sicherheit aktuelle Schutzupdates angezeigt werden.

In Unternehmen sollten Administratoren zusätzlich SharePoint-Server, Office-Installationen und sicherheitsrelevante Serverdienste zeitnah aktualisieren. Gerade Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind, sollten nicht lange ungepatcht bleiben.

Mehr Schutz bei Remote-Desktop-Dateien

Eine sichtbare Neuerung betrifft Remote Desktop. Windows zeigt beim Öffnen von RDP-Dateien nun deutlicher, was eine Verbindung anfordert. Das ist wichtig, weil manipulierte RDP-Dateien für Phishing-Angriffe missbraucht werden können. Ein Angreifer könnte Nutzer dazu bringen, eine solche Datei zu öffnen. Danach verbindet sich der Computer möglicherweise mit einem fremden System und gibt lokale Ressourcen frei. Dazu können zum Beispiel Laufwerke, Zwischenablage oder andere Umleitungen gehören. Mit dem April-Update zeigt Windows vor dem Verbindungsaufbau die angeforderten Einstellungen an. Diese Optionen sind zunächst deaktiviert und müssen bewusst eingeschaltet werden. Beim ersten Öffnen einer RDP-Datei erscheint zusätzlich ein Sicherheitshinweis.

Für Sie heißt das: Öffnen Sie RDP-Dateien nur, wenn Sie deren Herkunft kennen. Starten Sie Remote Desktop lieber manuell, wenn Sie unsicher sind.

Secure Boot, Zertifikate und mögliche Neustarts

Ein weiteres Thema ist Secure Boot. Diese Funktion hilft dabei, dass beim Start des Computers nur vertrauenswürdige Software geladen wird. Microsoft bereitet Windows-Geräte auf neue Secure-Boot-Zertifikate vor, weil ältere Zertifikate ab Juni 2026 auslaufen. Das April-Update erweitert die Verteilung dieser neuen Zertifikate. Windows prüft dabei, ob ein Gerät für die Umstellung geeignet ist, und verteilt die neuen Zertifikate schrittweise. In der Windows-Sicherheit-App kann der Status künftig sichtbarer angezeigt werden. Manche Geräte können während der Installation einen zusätzlichen Neustart benötigen.

Microsoft weist außerdem auf ein bekanntes Problem hin: Bestimmte Unternehmensgeräte mit speziellen BitLocker-Gruppenrichtlinien könnten nach dem Update einmalig den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel verlangen. Für private Geräte ist dieses Szenario laut Microsoft eher unwahrscheinlich. Trotzdem sollten Sie sicherstellen, dass Sie Ihren BitLocker-Schlüssel kennen, falls BitLocker aktiv ist.

Wichtige Änderungen für Unternehmen

Für Unternehmen bringt der Patchday April 2026 weitere sicherheitsrelevante Änderungen. Eine davon betrifft Kerberos, also ein Anmeldeverfahren, das in vielen Firmennetzwerken genutzt wird. Microsoft setzt die zweite Phase einer Härtung gegen unsichere RC4-Verschlüsselung um. Domain Controller verwenden nach dem Update standardmäßig stärkere AES-basierte Tickets, wenn für Konten keine ausdrückliche andere Einstellung festgelegt wurde. Firmen sollten prüfen, ob alte Anwendungen oder Dienstkonten noch RC4 benötigen. Spätestens vor der nächsten Durchsetzungsphase im Juli 2026 kann das sonst zu Anmeldeproblemen führen.

Auch Windows Deployment Services werden stärker abgesichert. Die unbeaufsichtigte Bereitstellung über Unattend.xml ist ab April 2026 standardmäßig deaktiviert, wenn sie unsicher über einen nicht authentifizierten RPC-Kanal läuft. Administratoren sollten diese Änderung nicht einfach umgehen, sondern die Bereitstellung sicher anpassen.

Was Sie jetzt tun sollten

Installieren Sie die April-Updates zeitnah. Auf privaten Geräten reicht in der Regel der Weg über „Einstellungen“, „Windows Update“ und „Nach Updates suchen“. Prüfen Sie danach, ob ein Neustart erforderlich ist. Öffnen Sie außerdem die Windows-Sicherheit-App und kontrollieren Sie, ob Defender-Schutzupdates aktuell sind. Nutzen Sie Remote Desktop, sollten Sie neue Warnfenster nicht wegklicken, sondern die angezeigten Einstellungen bewusst prüfen.

In Unternehmen empfiehlt sich ein strukturierter Rollout: Testen Sie die Updates zunächst auf ausgewählten Geräten, sichern Sie wichtige Systeme und prüfen Sie bekannte Probleme mit BitLocker, Kerberos und Windows Deployment Services. Server mit SharePoint, Remote-Zugriff oder öffentlich erreichbaren Diensten sollten besonders schnell berücksichtigt werden. So reduzieren Sie das Risiko, dass bekannte Sicherheitslücken nach Veröffentlichung der Updates gezielt ausgenutzt werden.

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