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Screenshot-Tool mit Copilot: Microsoft arbeitet an neuer Lösung

by Daniel Rottländer
Microsoft entwickelt neues Screenshot-Tool mit Copilot-Integration

Microsoft entwickelt neues Screenshot-Tool mit Copilot-Integration

Microsoft baut seine KI-Funktionen in Windows und Microsoft 365 weiter aus. Nun deutet vieles darauf hin, dass ein neues Screenshot-Tool mit Copilot kommen soll. Die Idee ist einfach: Sie erstellen einen Bildschirmausschnitt direkt in Copilot und geben der KI damit sofort den passenden visuellen Kontext. Das kann Anfragen präziser machen und Wege verkürzen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie nützlich das im Alltag wirklich ist und wie Microsoft das Thema Datenschutz diesmal löst.

Was Microsoft laut Roadmap plant

Der aktuelle Hinweis kommt aus der Microsoft-365-Roadmap. Dort beschreibt Microsoft eine Funktion, mit der Nutzer Screenshots direkt erfassen und in Copilot-Prompts einfügen können. Ziel ist laut der Beschreibung, visuelle Informationen schneller zu übergeben, damit Copilot genauere und besser nutzbare Antworten liefern kann. Auch Berichte aus der Tech-Presse greifen diesen Eintrag auf und ordnen ihn als geplante Copilot-Funktion ein. Das ist wichtig, denn damit würde Microsoft den Umweg über ein anderes Screenshot-Programm oder das manuelle Speichern einer Bilddatei verkürzen.

Nach außen klingt das zunächst nach einer kleinen Änderung. Im Alltag kann es aber viel ausmachen, ob Sie erst mehrere Schritte erledigen müssen oder ob ein Bildausschnitt direkt in der Anfrage landet.

Zugleich gilt: Roadmap-Angaben sind bei Microsoft grundsätzlich vorläufig und können sich noch ändern oder verschieben.

Warum ein Screenshot-Tool mit Copilot logisch wirkt

Ganz neu ist die Verbindung von Bildschirminhalt und Copilot nicht. Microsoft bietet bereits heute in Copilot unter Windows die Möglichkeit, über den Composer einen Screenshot aufzunehmen und danach eine Frage dazu zu stellen. Zusätzlich gibt es mit Copilot Vision eine Funktion, bei der Sie bestimmte Fenster oder Apps freigeben können, damit Copilot Inhalte auf dem Bildschirm besser einordnet. Microsoft wirbt auf seiner Windows-Seite sogar ausdrücklich damit, dass Copilot Vision in Echtzeit Unterstützung geben kann, wenn Inhalte auf dem Display sichtbar sind. Die geplante Roadmap-Funktion wäre deshalb kein völliger Neuanfang, sondern eher der nächste Ausbau einer Entwicklung, die schon läuft.

Der Unterschied liegt vor allem im Bedienkomfort. Wenn Microsoft den Ablauf weiter vereinfacht, sinkt die Hürde für Nutzer, die schnell Hilfe zu einem Fenster, einer Fehlermeldung oder einer unklaren Schaltfläche brauchen. Gerade weniger technikaffine Menschen profitieren oft stärker von einem Bild als von einer langen Beschreibung.

Wo der praktische Nutzen im Alltag liegen kann

Ein gutes Screenshot-Tool mit Copilot hätte vor allem dann Vorteile, wenn Worte allein nicht reichen. Viele Probleme am PC lassen sich schwer beschreiben. Ein kleines Dialogfenster, ein Menüpunkt an der falschen Stelle oder eine kryptische Meldung sagen Experten oft mehr als eine längere Textschilderung. Wenn Sie davon direkt einen Ausschnitt an Copilot senden, versteht die KI schneller, worum es geht. Das kann bei Support-Fragen, bei der Arbeit mit Office-Dokumenten oder beim Verständnis von Programmen helfen.

Hinzu kommt: Microsoft entwickelt schon länger Werkzeuge, die Bildschirmarbeit vereinfachen. Das klassische Snipping Tool dient als Standardwerkzeug für Screenshots. Neuere Windows-Funktionen wie „Perfect Screenshot“, Texterkennung aus Bildern oder der „Click to Do“ zeigen, dass Microsoft Bildschirminhalte immer stärker als Grundlage für weitere Aktionen nutzt. Damit passt das neue Konzept gut in eine breitere Strategie.

Datenschutz bleibt der entscheidende Punkt

Beim neuen Screenshot-Tool mit Copilot dürfte nicht nur die Bequemlichkeit zählen, sondern auch die menschliche Kontrolle über Daten. Die bisherige Microsoft-Dokumentation zu Copilot Vision betont, dass Vision nur aktiv ist, wenn Nutzer die Funktion bewusst starten. Microsoft schreibt außerdem, dass die im Rahmen von Copilot Vision freigegebenen Inhalte nicht gespeichert und nicht zum Training der Modelle verwendet werden. Bei „Click to Do“ erklärt Microsoft zusätzlich, dass die Analyse auf dem Gerät beginnt und Inhalte erst dann geteilt werden, wenn Nutzer eine konkrete Aktion auslösen.

Für das angekündigte Screenshot-Werkzeug liegen bisher noch keine eigenständigen, ebenso detaillierten Datenschutzdetails vor.

Was Sie bis dahin schon nutzen können

Auch ohne das neue Screenshot-Tool mit Copilot gibt es bereits mehrere Wege, um mit Bildschirminhalten zu arbeiten. Das Snipping Tool gehört seit Langem zu Windows und erlaubt schnelle Ausschnitte vom Bildschirm. Microsoft ergänzt es inzwischen um weitere Hilfen, etwa eine automatische, engere Rahmung des relevanten Inhalts, das Extrahieren von Text aus Screenshots und einen Farbwähler für exakte Farbwerte.

Einige dieser neueren Funktionen, darunter „Perfect Screenshot“ und der Farbwähler, sind allerdings an Copilot+ PCs gebunden. Außerdem lässt sich „Click to Do“ teils direkt aus dem Snipping Tool heraus aufrufen, sofern die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Je nach Region und Gerät können dabei jedoch einzelne Aktionen eingeschränkt sein.

Für Copilot selbst gibt es bereits die erwähnte Screenshot-Funktion im Composer. Das bedeutet: Microsoft testet nicht im luftleeren Raum, sondern baut auf vorhandenen Bausteinen auf. Für Sie ist das vor allem deshalb interessant, weil der Nutzen des geplanten Werkzeugs dadurch leichter einzuschätzen ist. Es geht weniger um eine Revolution als um den Versuch, bekannte Schritte zu bündeln und einfacher erreichbar zu machen.

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