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SQL Server 2022 Vorschau – diese Neuerungen sind zu erwarten

SQL Server 2022 – neue Version erscheint in 2022

Das relationale Datenbankmanagementsystem SQL Server befindet sich bereits seit 1989 im Einsatz und unterstützt eine Vielzahl von Business-Intelligence-, Transaktionsverarbeitungs- und Analyseanwendungen in Enterprise-IT-Umgebungen. Die aktuelle Version Microsoft SQL Server 2019 erfreut sich einer großen Beliebtheit und wird für die Verarbeitung von riesigen Datenbeständen der unterschiedlichsten Art verwendet.

Anfang November 2021 kündigte Microsoft die Veröffentlichung einer neuen Version seines Flaggschiff-Datenbankprodukts an. Irgendwann im Jahr 2022 wird SQL Server 2022 als Produkt mit general availability (GA), somit allgemeiner Verfügbarkeit, veröffentlicht. Zwar steht das genaue Datum noch nicht fest, doch könnte es gemäß den Hinweisen in verschiedenen Foren schon im Sommer 2022 soweit sein. Mittlerweile gibt es einige von Microsoft veröffentlichte Videos, die auf die bevorstehenden SQL Server 2022 Neuerungen und Verbesserungen eingehen. Allerdings werden nur Highlights präsentiert und einzelne Funktionen demonstriert. Derzeit gibt es noch keine abschließende Liste mit sämtlichen SQL Server 2022 Features. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die bekannten SQL Server 2022 Neuerungen und Verbesserungen.

Leistungsverbesserungen – SQL Server 2022 bietet Performanceplus

Es gibt zwei bemerkenswerte neue Leistungsfunktionen in SQL Server 2022. Erstens gibt es einen neuen Funktionssatz, der als intelligente Abfrageverarbeitung bekannt ist. Dieses Feature ermöglicht es SQL Server, bessere Ausführungspläne und möglicherweise mehrere Ausführungspläne zu erstellen, deren Leistung von den Parameterwerten abhängt, die zur Laufzeit bereitgestellt werden.

Ältere Versionen von SQL Server verwendeten häufig einen einzelnen Ausführungsplan für eine Abfrage, obwohl die Laufzeitparameterwerte nur für die erste Ausführung der Abfrage optimiert waren. In der Folge gab es bei nachfolgenden Ausführungen der Abfrage teilweise schlechtere Leistungsergebnisse.

Zweitens hat Microsoft dem Query Store dringend benötigte Verbesserungen hinzugefügt. Beispielsweise ist der Abfragespeicher jetzt für alle neuen Datenbanken aktiviert. Ein weiteres hervorzuhebendes Feature ist, dass der Abfragespeicher jetzt helfen kann, Leistungsprobleme im Zusammenhang mit der MAXDOP-Einstellung (Maximum Degree of Parallelism), Speicherzuweisungen und dem Kardinalitätsschätzer zu lösen, indem ein Feedback-Zyklus verwendet wird, um Abfrageausführungspläne anzupassen und zu verbessern. Schließlich unterstützt der Abfragespeicher jetzt schreibgeschützte Replikate von Verfügbarkeitsgruppen. Außerdem sind nun Abfragehinweise direkt im Abfragespeicher möglich, um die Leistung von Abfragen zu verbessern, ohne tatsächliche Codeänderungen vorzunehmen.

Hohe Verfügbarkeit und Verbindungsverbesserungen

Zu den SQL Server 2022 Neuerungen und Verbesserungen zählen Optimierungen im Bereich der Hochverfügbarkeit. Sie können nun schnell und einfach eine verteilte Verfügbarkeitsgruppe zwischen einem lokalen SQL Server und einer Azure SQL Managed Instance (MI) erstellen. Ob als Sicherungsserver für die Notfallwiederherstellung oder als schreibgeschütztes Replikat, dieses SQL Server 2022 Feature dürfte einige Nutzer ansprechen. Sie können mit nur wenigen Klicks auch ein manuelles Failover zur MI und wieder zurück zum lokalen SQL Server durchführen. Beachten Sie jedoch, dass verteilte Verfügbarkeitsgruppen nicht mit Standard-Verfügbarkeitsgruppen identisch sind. Voraussetzungen und Funktionen können variieren.

Eine weitere zwischen SQL Server 2022 und Azure Synapse Analytics aufgebaute Verbindung namens Azure Synapse Link ermöglicht es, Änderungen an Daten, die in SQL Server auftreten, automatisch direkt an Azure Synapse Analytics zu übermitteln, ohne dass eine neue und große ETL-Pipeline erstellt werden muss.

Sicherheits- und Governance-Verbesserungen

Nahezu jeder dürfte bereits etwas über die Blockchain-Technologie gehört oder gelesen haben. Durchaus bietet eine Blockchain diverse Vorteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Aus diesem Grunde dürfte sich Microsoft für die Implementierung der neuen Zusatzfunktion namens Ledger (deutsch: Hauptbuch) entschieden haben. Die neue Funktion erstellt eine unveränderliche Erfolgsbilanz von Datenänderungen im Laufe der Zeit unter Verwendung von „Blockchain-ähnlichen“ Technologien. Dies schützt Daten vor Manipulation, was für bestimmte Situationen und Anwendungsfälle nützlich ist und auch Vorteile für interne und externe Audits bietet.

Microsoft hat seinen anfänglichen Funktionsumfang zu einer breiteren Data-Governance-Plattform erweitert. Purview bietet jetzt eine engere Integration mit SQL Server und Azure SQL, sodass Sie SQL Server automatisch scannen können, um Metadaten zu erfassen und Daten mithilfe allgemeiner Klassifizierungsbezeichnungen sowie Tags (z. B. PII-Daten oder HIPAA-Daten) zu klassifizieren.

Welche weiteren SQL Server 2022 Neuerungen und Verbesserungen für die neue Version sprechen, dürfte in den kommenden Wochen bis Monaten bekannt werden. Selbstverständlich werden wir Sie in unserem Softwarekaufen24-Blog auf dem Laufenden halten.

Daniel Rottländer

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