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Wenn der Roboter anruft: So werden Sie lästige Robocalls los

Robocalls blockieren: Die besten Tipps gegen unerwünschte Anrufe

Robocalls sind automatisierte Telefonanrufe, bei denen statt einer Person eine aufgezeichnete oder computergesteuerte Nachricht zu hören ist. Manche solcher Anrufe sind harmlos, andere dienen unerlaubter Werbung oder sogar Betrugsversuchen. Besonders unangenehm wird es, wenn das Telefon mehrmals am Tag klingelt oder die angezeigte Nummer seriös wirkt. Mit einigen einfachen Regeln können Sie verdächtige Anrufe schneller erkennen, Risiken vermeiden und die Zahl unerwünschter Kontakte deutlich reduzieren.

Was sind Robocalls – und warum werden sie eingesetzt?

Bei einem Robocall wählt ein technisches System Telefonnummern automatisch an und spielt nach dem Abheben eine vorbereitete Nachricht ab. Die Stimme muss dabei keineswegs künstlich klingen. Häufig hören Sie eine zuvor aufgenommene menschliche Stimme, zunehmend können auch technisch erzeugte Stimmen sehr natürlich wirken. Unternehmen können automatisierte Anrufe zum Beispiel für Termin- oder Servicehinweise einsetzen. Problematisch werden sie, wenn Sie keine Einwilligung erteilt haben, wenn aggressive Werbung dahintersteckt oder wenn Kriminelle den Anruf als Einstieg in einen Betrugsversuch nutzen. Der große Vorteil für die Absender liegt in der Reichweite: Ein automatisiertes System kann sehr viele Nummern in kurzer Zeit kontaktieren.

In Deutschland ist Werbung per Telefon gegenüber Verbrauchern ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung grundsätzlich unzulässig. Für Werbung mit automatischen Anrufmaschinen verlangt das Gesetz ebenfalls eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Ein Robocall ist also nicht automatisch illegal, doch sein Zweck und Ihre vorherige Zustimmung spielen eine entscheidende Rolle. Die Bundesnetzagentur registrierte 2025 insgesamt 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch. Das zeigt, dass unerwünschte und missbräuchliche Telefonkontakte weiterhin ein relevantes Problem sind.

Woran erkennen Sie einen verdächtigen Robocall?

Nicht jeder Robocall lässt sich in den ersten Sekunden eindeutig erkennen. Es gibt jedoch typische Warnzeichen. Verdächtig ist etwa eine kurze Verzögerung nach dem Abheben, bevor eine Stimme einsetzt. Auch eine starre Ansage, die auf Ihre Antworten nicht sinnvoll reagiert, spricht für ein automatisiertes System. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Nachricht Zeitdruck erzeugt. Typische Behauptungen lauten etwa, Ihr Konto werde gesperrt, eine Zahlung sei offen oder Sie müssten sofort eine Taste drücken, um mit einer angeblichen Servicestelle verbunden zu werden.

Geben Sie in solchen Situationen keine persönlichen Daten, Passwörter, TANs, Kreditkartendaten oder Zugangscodes weiter. Auch ein seriös klingender Firmenname beweist nichts. Betrüger können bekannte Marken, Banken oder Behörden nennen, um Vertrauen zu erzeugen. Legen Sie im Zweifel auf und suchen Sie die offizielle Telefonnummer der angeblich anrufenden Stelle selbst heraus. Rufen Sie nicht einfach die Nummer aus der Anrufliste zurück. Auf diese Weise behalten Sie die Kontrolle darüber, wen Sie tatsächlich kontaktieren, und vermeiden es, den Anweisungen eines unbekannten Anrufers zu folgen.

Warum die angezeigte Telefonnummer täuschen kann

Viele Menschen entscheiden anhand der angezeigten Rufnummer, ob sie einen Anruf annehmen. Genau das machen sich unseriöse Anrufer zunutze. Beim sogenannten Call-ID-Spoofing wird die übermittelte Rufnummer manipuliert. Auf dem Display kann dann beispielsweise eine deutsche Ortsvorwahl oder sogar die Nummer einer real existierenden, unbeteiligten Person erscheinen. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass sowohl echte fremde Nummern als auch frei erfundene Nummern für solche Manipulationen verwendet werden können. Eine bekannte Vorwahl oder eine scheinbar lokale Nummer ist deshalb kein verlässlicher Beleg dafür, dass der Anruf tatsächlich aus Ihrer Nähe kommt.

Das gilt auch für Rückrufe. Wenn eine fremde Nummer nur sehr kurz klingelt, kann es sich um einen sogenannten Ping-Anruf handeln. Dieser soll Sie dazu bringen, zurückzurufen. Dabei können unter Umständen hohe Verbindungskosten entstehen. Die Verbraucherzentrale rät insbesondere bei unbekannten ausländischen Nummern, von denen Sie keinen Anruf erwarten, davon ab, zurückzurufen. Wenn ein Anliegen wichtig und seriös ist, gibt es in der Regel weitere Kontaktmöglichkeiten oder eine nachvollziehbare Nachricht.

Was sollten Sie während eines verdächtigen Anrufs tun?

Die wichtigste Regel lautet: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn eine Bandansage oder eine unbekannte Person sofort eine Handlung verlangt, müssen Sie nicht reagieren. Drücken Sie keine Taste, um angeblich aus einer Warteschleife herauszukommen oder zu einer anderen Stelle weitergeleitet zu werden, wenn Ihnen der Anruf verdächtig vorkommt. Teilen Sie keine vertraulichen Informationen mit und bestätigen Sie keine Daten, die der Anrufer bereits zu kennen scheint. Selbst Name oder Adresse können aus früheren Datenlecks, öffentlichen Verzeichnissen oder anderen Quellen stammen.

Beenden Sie das Gespräch stattdessen. Wenn sich der Anrufer als Bank, Versicherung, Behörde oder Unternehmen ausgibt, suchen Sie anschließend selbst die offizielle Kontaktmöglichkeit heraus und fragen Sie dort nach. Verwenden Sie dafür beispielsweise die Telefonnummer auf Ihrer Bankkarte, einem Vertrag oder der offiziellen Website. Haben Sie bereits sensible Daten preisgegeben, handeln Sie zügig: Ändern Sie betroffene Passwörter, informieren Sie bei Finanzdaten Ihre Bank und beobachten Sie Ihre Kontobewegungen. Bei einem konkreten Betrugsverdacht kann außerdem eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll sein. Die Bundesnetzagentur empfiehlt ebenfalls, bei kriminell motivierten Anrufen die zuständigen Strafverfolgungsbehörden einzuschalten.

So blockieren und reduzieren Sie Robocalls

Einzelne Nummern können Sie direkt auf Ihrem Smartphone sperren. Auf iPhones und Android-Geräten finden Sie entsprechende Funktionen in der Telefon-App beziehungsweise in den Informationen zur jeweiligen Rufnummer. Die genaue Bezeichnung kann je nach Betriebssystem und Gerätehersteller abweichen. Zusätzlich bieten viele Smartphones Funktionen, die unbekannte oder als Spam erkannte Anrufer filtern oder stummschalten. Prüfen Sie diese Einstellungen jedoch mit Bedacht. Wenn Sie häufig wichtige Anrufe von unbekannten Nummern erhalten, etwa von Arztpraxen, Handwerksbetrieben oder Lieferdiensten, kann ein sehr strenger Filter auch erwünschte Gespräche erfassen.

Gehen Sie außerdem sparsam mit Ihrer Telefonnummer um. Geben Sie sie bei Online-Formularen nur an, wenn sie wirklich benötigt wird, und prüfen Sie Einwilligungen für Werbekontakte genau. Eine einzelne gesperrte Rufnummer löst das Problem oft nicht dauerhaft, weil Spam-Anrufer wechselnde oder manipulierte Nummern verwenden können. Trotzdem lohnt sich das Blockieren wiederkehrender Nummern. Dokumentieren Sie besonders hartnäckige Anrufserien zusätzlich mit Datum, Uhrzeit und Screenshots Ihrer Anrufliste. Solche Informationen können hilfreich sein, falls Sie den Vorgang später bei einer zuständigen Stelle melden möchten.

Wie NordVPN beim Schutz vor unerwünschten Anrufen helfen kann

Ein klassisches VPN verhindert Robocalls nicht. Eine VPN-Verbindung schützt in erster Linie Ihren Internetverkehr und ist kein allgemeiner Filter für normale Telefonanrufe. NordVPN hat seinen mobilen Apps jedoch zusätzlich eine Funktion für den Anrufschutz hinzugefügt. Nach Angaben des Anbieters prüft diese Funktion eingehende Telefonnummern unter anderem anhand von Informationen über deren Reputation und bekannten Betrugsmustern. Bei verdächtigen Nummern kann sie eine Warnung anzeigen. Die aktuelle Produktbeschreibung sieht außerdem Möglichkeiten vor, mutmaßliche Betrugs- oder Telemarketing-Anrufe automatisch zu blockieren.

NordVPN gibt an, dass der Anrufschutz für iOS und Android angeboten wird und auch dann funktionieren kann, wenn gerade keine VPN-Verbindung besteht. Nach Angaben des Unternehmens werden die Inhalte von Telefongesprächen für diese Funktion weder abgehört noch gespeichert. Ein solcher Schutz kann eine zusätzliche Entscheidungshilfe sein, ersetzt aber nicht Ihre eigene Prüfung. Auch technische Erkennungssysteme können eine neue oder manipulierte Nummer übersehen oder eine legitime Nummer falsch einschätzen. Betrachten Sie solche Warnungen daher als zusätzliche Sicherheitsschicht und nicht als Garantie dafür, dass jeder unerwünschte Anruf erkannt wird.

Wann sollten Sie einen Robocall melden?

Wenn Sie wiederholt belästigt werden, unerlaubte Telefonwerbung erhalten oder eine manipulierte Rufnummer vermuten, können Sie den Vorgang der Bundesnetzagentur melden. Die Behörde stellt dafür unterschiedliche Beschwerdewege bereit. Dazu gehören beispielsweise unerlaubte Telefonwerbung, Ping-Anrufe, belästigende Anrufversuche, Bandansagen und Rufnummernmanipulation. Je genauer Ihre Angaben sind, desto besser lässt sich der Fall prüfen. Notieren Sie deshalb Datum und Uhrzeit des Anrufs, die angezeigte Nummer, den genannten Unternehmensnamen und den Inhalt des Gesprächs. Screenshots Ihrer Anrufliste können ebenfalls hilfreich sein.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt nach unerlaubten Werbeanrufen außerdem, die betreffende Rufnummer zu blockieren, Belege zu sichern und gegebenenfalls eine erteilte Werbeeinwilligung zu widerrufen. Vorsicht gilt bei heimlichen Tonaufnahmen: Telefongespräche dürfen nicht einfach ohne Zustimmung des Gesprächspartners mitgeschnitten werden. Wenn Sie einen konkreten Betrugsversuch vermuten, etwa weil jemand Geld, Zugangsdaten oder eine Überweisung verlangt hat, sollten Sie zusätzlich die Polizei kontaktieren. Bei bereits übermittelten Bankdaten informieren Sie außerdem Ihre Bank so schnell wie möglich.

Daniel Rottländer

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