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Microsoft verbessert die Touchpad-Steuerung in Windows 11

Windows 11 bekommt neue Touchpad-Gesten für schnelleres Scrollen

Microsoft arbeitet an einer erweiterten Touchpad-Steuerung für Windows 11. Neue Optionen sollen das Scrollen und Zoomen besser an persönliche Gewohnheiten anpassen. Davon profitieren vor allem Menschen, die häufig lange Webseiten, Dokumente oder Listen auf einem Notebook lesen. Die Funktionen werden zunächst schrittweise über Vorschauversionen verteilt. Deshalb erscheinen sie nicht sofort auf jedem geeigneten Gerät.

Warum Microsoft die Bedienung des Touchpads erweitert

Das Touchpad hat sich von einer einfachen Alternative zur Maus zu einem wichtigen Eingabegerät entwickelt. Viele Nutzerinnen und Nutzer arbeiten unterwegs ohne separate Maus und steuern den gesamten Rechner über Fingerbewegungen. Windows 11 unterstützt schon heute verschiedene Gesten. Mit zwei Fingern können Sie beispielsweise scrollen oder die Darstellung vergrößern und verkleinern. Drei- und Vier-Finger-Gesten ermöglichen es auf geeigneten Geräten, zwischen geöffneten Fenstern oder virtuellen Desktops zu wechseln.

Die bisherige Touchpad-Steuerung bietet jedoch nur begrenzte Möglichkeiten, das Verhalten beim längeren Scrollen anzupassen. Microsoft setzt deshalb an einem alltäglichen Problem an: Wer durch umfangreiche Texte oder lange Listen navigiert, muss dieselbe Bewegung häufig wiederholen. Die neuen Einstellungen sollen diese Abläufe verkürzen und zugleich mehr Kontrolle ermöglichen. Microsoft entwickelt dabei keine vollständig neue Bedienweise. Das Unternehmen ergänzt vielmehr die vorhandenen Gesten um zusätzliche Einstellungen, die sich an unterschiedliche Arbeitsweisen und persönliche Vorlieben anpassen lassen.

Scroll- und Zoomgeschwindigkeit lässt sich genauer anpassen

Eine der offiziell angekündigten Neuerungen betrifft die Grundgeschwindigkeit beim Scrollen und Zoomen. Sie können damit festlegen, wie stark die angezeigten Inhalte auf eine Fingerbewegung reagieren. Eine niedrigere Einstellung kann sinnvoll sein, wenn Sie kleine Bewegungen bevorzugen oder häufig in Tabellen, Formularen und umfangreichen Dokumenten arbeiten. Eine höhere Geschwindigkeit hilft dagegen, wenn Sie schnell größere Strecken zurücklegen möchten.

Zusätzlich testet Microsoft ein beschleunigtes Scrollen. Wiederholen Sie die Scrollbewegung mehrmals, erhöht Windows schrittweise das Tempo. Auf diese Weise gelangen Sie schneller durch lange Webseiten, ohne ständig mit den Fingern neu ansetzen zu müssen.

Die neue Touchpad-Steuerung verbindet damit zwei Ziele: Sie soll präzise Bewegungen weiterhin ermöglichen und längere Wege vereinfachen. Wie gut das funktioniert, hängt auch von der Größe und Qualität des eingebauten Touchpads ab. Die Einstellungen verändern die Hardware nicht. Sie können deren Nutzung aber besser an Ihre persönlichen Gewohnheiten anpassen.

Weitere Gesten sollen das Blättern erleichtern

Neben der einstellbaren Geschwindigkeit sind weitere Bedienmöglichkeiten im Gespräch. Nach aktuellen Informationen gehört dazu das vertikale Scrollen mit einem Finger am linken oder rechten Rand des Touchpads. Diese Methode erinnert an ältere Notebook-Touchpads, bei denen ein schmaler Bereich am Rand als virtuelle Bildlaufleiste diente. Für Menschen, die diese Bedienung gewohnt sind, kann sie eine praktische Alternative zur Zwei-Finger-Geste darstellen.

Außerdem soll das Scrollen weiterlaufen können, wenn Ihre Finger den oberen oder unteren Rand des Touchpads erreichen. Das wäre besonders bei langen Dokumenten hilfreich, weil Sie die Bewegung nicht ständig unterbrechen und erneut beginnen müssten.

Da diese beiden Möglichkeiten in den öffentlich zugänglichen Microsoft-Versionshinweisen nicht so ausführlich beschrieben werden, kann sich ihr genauer Umfang während der Erprobung noch verändern.

Welche Voraussetzungen für die Funktionen gelten

Die erweiterten Funktionen sind für sogenannte Precision Touchpads vorgesehen. Dabei handelt es sich um Touchpads, die einen von Microsoft unterstützten Standard verwenden und ihre Eingaben auf einheitliche Weise an Windows übermitteln. Viele aktuelle Notebooks besitzen ein solches Modell, aber nicht jedes Gerät erfüllt diese Voraussetzung.

Sie können die verfügbaren Funktionen in den Windows-Einstellungen prüfen. Öffnen Sie dazu die „Einstellungen“, wählen Sie „Bluetooth und Geräte“ und anschließend „Touchpad“. Dort zeigt Windows die Gesten und Anpassungsmöglichkeiten an, die Ihr Gerät unterstützt.

Die neuen Möglichkeiten sollen zunächst vor allem in Programmen greifen, die moderne WinUI-3-Komponenten für scrollbare Inhalte verwenden. Deshalb kann sich die Touchpad-Steuerung je nach Anwendung unterschiedlich verhalten. Ein Browser, ein älteres Desktop-Programm und eine moderne Windows-App müssen nicht sofort auf dieselbe Weise reagieren.

So finden und testen Sie die neuen Einstellungen

Sobald Microsoft die Funktionen für Ihr Gerät freigeschaltet hat, finden Sie diese voraussichtlich unter „Einstellungen“, „Bluetooth und Geräte“ und „Touchpad“. Der Bereich „Scrollen und Zoomen“ enthält bereits die bekannten Optionen für Zwei-Finger-Gesten, das Vergrößern und Verkleinern sowie die Scrollrichtung. Die neuen Regler und Schalter ergänzen diesen Abschnitt. Ändern Sie am besten zunächst nur eine Einstellung und testen Sie anschließend das Verhalten in mehreren Anwendungen. So erkennen Sie leichter, welche Änderung für ein schnelleres oder ungewohntes Scrollen verantwortlich ist.

Beginnen Sie bei der Geschwindigkeit mit einem mittleren Wert. Erhöhen oder verringern Sie diesen danach in kleinen Schritten. Falls eine Geste nicht erscheint, muss kein Fehler vorliegen. Die verfügbaren Optionen hängen von der Hardware, dem Treiber und teilweise von der verwendeten Anwendung ab.

Sollte das Touchpad generell nicht richtig funktionieren, empfiehlt Microsoft, den zugehörigen Treiber über Windows Update oder den Geräte-Manager zu aktualisieren beziehungsweise neu zu installieren.

Die Verteilung erfolgt nicht gleichzeitig auf allen Geräten

Microsoft hat die neuen Regler für die Scroll- und Zoomgeschwindigkeit sowie das beschleunigte Scrollen in einer Release-Preview-Version von Windows 11 dokumentiert. Der Release-Preview-Kanal dient dazu, weitgehend fertige Änderungen vor einer breiteren Veröffentlichung zu überprüfen. Die Bereitstellung erfolgt laut Microsoft schrittweise. Dadurch kann eine Funktion auf einem kompatiblen Notebook bereits sichtbar sein, während sie auf einem anderen Gerät mit derselben Windows-Version noch fehlt. Sie sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass ein manuell gestartetes Update die neue Touchpad-Steuerung sofort aktiviert.

Es ist auch nicht ratsam, allein wegen dieser Funktionen auf eine Vorschauversion von Windows umzusteigen. Für die meisten Anwenderinnen und Anwender ist es sinnvoller, die reguläre Verteilung über Windows Update abzuwarten. Prüfen Sie nach der Installation eines Updates den Touchpad-Bereich in den Einstellungen.

Was die Änderungen im Alltag bringen können

Die geplanten Verbesserungen wirken auf den ersten Blick klein, können die tägliche Arbeit am Notebook aber spürbar beeinflussen. Wer lange Internetseiten liest, große PDF-Dateien durchsucht oder durch umfangreiche Ordner scrollt, wiederholt dieselbe Fingerbewegung oft viele Male. Beschleunigtes oder fortlaufendes Scrollen kann diesen Aufwand reduzieren. Eine anpassbare Grundgeschwindigkeit hilft zugleich Menschen, denen die normale Bewegung zu schnell oder zu langsam erscheint.

Wichtig ist, dass Microsoft Wahlmöglichkeiten anbietet und keine einheitliche Bedienweise erzwingt. Eine besonders schnelle Touchpad-Steuerung eignet sich nicht automatisch für alle Aufgaben. Bei der Bildbearbeitung, in Tabellen oder beim Ausfüllen kleiner Formularfelder kann eine ruhigere Reaktion angenehmer sein. In langen Texten oder Listen darf das Tempo dagegen höher ausfallen. Entscheidend bleibt daher nicht allein die Zahl der neuen Gesten.

Daniel Rottländer

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